Ruhr Nachrichten (Bottrop) Dienstag, 07. Oktober 2003
 

Märchenerzählerin Monika Boguslawski wählte wieder den passenden Ton. Das Publikum verfolgte mit konzentrierten Blicken das vor seinen inneren Augen aufziehende Geschehen, das die Märchenerzählerin mit Worten und Stimmführung in den Raum vor dem brennenden Kamin und in dem Raum der Phantasie malt. In einem Grimmschen Märchen ist es eine betrogene, hübsche Königstochter, die trotz ihres zurückhaltenden Auftretens das Böse entlarvt. Es war ein wiederholter Dreischritt der Handlungen, der dem Zuhörer einprägte, worauf es ankam, damit er die Mahnung des Märchens nicht übersah. Aus einem anderen Märchen war ein Satz für das Thema des Abends entliehen: "Es war einmal und es wird immer sein". Hiermit sollte das zeitlich unabhängig Gültige der Märchen ausgedrückt werden. Monika Boguslawski gab in einem gleichbleibenden Erzählton den Ablauf der Märchenhandlungen wieder. Anders dagegen, mit modulierender Stimme erzeugt sie Spannung, wenn die Figuren sinnieren oder sprechen. Die ganz leise Sprechmelodie schlug sie an, wenn es galt, das Lautlose zu verlautbaren. Ruhe, Besinnung und Nachdenklichkeit äußerten sich in den Märchen und ihren Vortragsweisen, aber auch wieder in der Musik des Abends. Auf der Harfe spielte Ramona Bolik, von Christina Kallfelz auf der Querflöte begleitet, als griffen sie mit ihrer Musikdarbietung die Gedanken der vorgetragenen Märchen auf. Pater Andreas Krahnen führte zum Abschluss des mit viel Applaus bedachten Märchenabends mit seinem Gitarrenspiel behutsam die Gedanken der Gäste aus der Phantasiewelt in die Gegenwart. Damit machte er deutlich, dass die bildlichen Aussagen sich auf die Realität ausrichten wollen.pn Ruhr Nachrichten (Bottrop) Dienstag, 07. Oktober 2003

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