MünsterlandZeitung.de vom 7.3.2010
 

Monika Boguslawski erzählt Märchen "inwendig"

KIRCHHELLEN Prasselndes Kaminfeuer, gedämmtes Licht und eine klare Stimme, in der Lebensweisheit mitschwingt. Das waren die einfachen Zutaten, mit der Märchenerzählerin Monika Boguslawski am Freitagabend im Jugend-Kloster großen und kleinen Zuhörern einen wunderbaren Abend schenkte.

Von Hakan Keser


Monika Boguslawski hatte im Jugendkloster aufmerksame Zuhörer. (Foto: Keser)

Drei Märchen hatte Boguslawski für den Abend mitgebracht, die seit 2001 von der Europäischen Märchengesellschaft e.V. als Märchenerzählerin anerkannt ist.

Dass sie eine Meisterin ihres Metiers ist, konnte man daran messen, wie still es im Meditationsraum des Jugend-Klosters wurde, als sie anfing, das Märchen vom Wunderbaum zu erzählen. Ohne jegliche Hilfsmittel und frei trug Boguslawski das Märchen von dem Hirtenjungen vor, der durch einen Wunderbaum goldenes Haar, silberne Hände und kupferne Füße verliehen bekommt.

Eine heiratswillige Prinzessin, die auf einem Glasberg auf ihre Freier wartet, erobert er mit Leichtigkeit, während Edelleute beim Versuch den Berg zu erklimmen sich die Knochen brechen. Inkognito, aber mit dem nötigen Quäntchen Glück und dem dazu gehörigen Märchenzauber fällt ihm am Schluss die Prinzessin um den Hals.

Zuhören war ein leichtes, denn zu jedem Moment des Märchens passte Boguslawski das Erzähltempo an oder betonte von ihrer Stimme getragen die wichtigen Momente.

Auch das längste Märchen des Abends "Die Gänsehirtin am Brunnen", das in der vorgetragenen Version auch nicht mehr ohne weiteres in jedem Märchenbuch zu finden ist, nahm die ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums in Anspruch.

Die kleine Pause beim Erzählen des Märchens, dass mit dem Satz "So lang darf keine Sonntagspredigt sein" eingeleitet wurde, wurde wie in allen Pausen mit dem sanften Harfenspiel von Anne Herkströter gefüllt. Bis ans Ende aller Tage schafften es auch "Die Schöne und das Biest". Eine Rose, die sich die jüngste Tochter eines Kaufmanns im Winter wünschte, bescherte ihr zuerst einen tierischen Gatten und schließlich einen Traumprinzen.

Nicht auswendig, sondern "inwendig" trägt Monika Boguslawski ihre Märchen vor. 100 Stück hat sie in ihrem Repertoire, das türkische, chinesische oder auch russische Märchen beinhaltet. Für ihre Zuhörer wird klar, dass es sich um eine Kunst handelt, die zusehend verloren geht, obwohl Märchen in ihrer Aussage immer noch über ungebrochene Anziehungskraft für Groß und Klein verfügen. Für die Zuhörer bedeutete der Abend eine Bilderbuchgleiche Märchenstunde, die Lust auf Mehr macht.

7. März 2010 | Quelle: MünsterlandZeitung.de

http://www.muensterlandzeitung.de/lokales/kirchhellen/Monika-Boguslawski-erzaehlt-Maerchen-inwendig;art4249,840232

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