Auszug aus der Seite: "Was in Dorsten geschieht" bei: www.kindermitzukunft.org
 

Was in Dorsten geschieht


eine für Deutschland ganz normale Situation

Dorsten liegt am nördlichen Rand des Ruhrgebietes. Es handelt sich um eine mittelgroße Stadt mit ca. 82.000 Einwohnern Sie ist geprägt von einigen verdichteten Bereichen und ländlichen Regionen.

Bevölkerungsschichtung entspricht einer Industriestadt; ohne ausgeprägte Dienstleistungen. Z.Zt. 12% Arbeitslose. Ca. 5,3% Ausländer.

Wir haben ca. 40 Kindergärten, 17 katholische, 7 evangelische, 13 städtische, 1 heilpädadgogische Einrichtung der Lebenshilfe und 2 von Elterninitiative.

Ausgangslage

Alle Kindergärten verfolgen mehr oder weniger den "Situationsorientierten Ansatz".

In den evangelischen Kindergärten werden seit 1991 die Kinder ein halbes Jahr vor der Einschulung mit dem Bielefelder Screening BISC auf ihre "phonologische Bewusstheit" (wichtige Voraussetzung für die spätere Lese- und Rechtschreibekompetenz) untersucht. Die hierbei identifizierten 10 bis 15% Risikokinder erhalten anschließend täglich das "Würzburger Förderprogramm".

Start zur Verbesserung der Situation

Im Herbst 2002 berichtete Dr. Petra Küspert vor 150 Erzieherinnen und GrundschullehrerInnen über das Würzburger Förderprogramm, das sie zusammen mit Prof. Schneider (Uni Würzburg) entwickelt hatte.

Diese Veranstaltung verstärkte die (bereits vorher vorhanden gewesene) Absicht des Städt. Jugendamtes, Screening und Würzburger Förderprogramm auch in den städtischen Kindergärten vor dem Schuljahr 2004 einzuführen. Alle hierfür erforderlichen Vorbereitungen laufen ab Sommer 2003.

Die Förderinitiative

Im Anschluss an den Vortrag von Dr. Küspert formierte sich eine "Förderinitiative", die sich vornahm, Verbesserungen herbeizuführen. Sie ermittelte im Brainstorming die wichtigsten Verbesserungsansätze und bildete sechs Arbeitsgruppen: a) Regelmäßiges Vorlesen für Kinder im Grundschulalter, b) Definition der "Schulfähigkeit", c) Förderung der naturwissenschaftlichen Kompetenz im Kindergarten, d) Regelmäßige Hausaufgabenbetreuung für bedürftige Grundschulkinder, e) Motorik und Sinnesschulung, f) Information und Weiterbildung der Eltern.

Für das Vorlesen werden Vorlese-PatInnen in dreistündigen Workshops durch Frau Monika Boguslawski (Fon 02045 5926, Fax 406134) geschult. Die Paten lesen wöchentlich zu festen Zeiten an festen Orten Kindern vor: In einigen Grundschulen vormittags oder nachmittags, in Kindergärten, Gemeindehäusern, öffentlichen Bibliotheken. Am zuverlässigsten und besten geordnet scheinen diese Vorlesestunden vormittags in den Grundschulen abzulaufen. Diese Aktivitäten werden in der örtlichen Presse propagiert und von den Grundschulen vielfältig unterstützt. Wir sind zuversichtlich, dass dies dauerhaft und wirksam läuft.

Die Problematik der "Schulfähigkeit" hat sich inzwischen in erfreulicher Weise durch amtliche Regelungen des Ministeriums erledigt.

Zur Förderung der Naturwissenschaftlichen Kompetenz wurden und werden Weiterbildungsseminare für die Erzieherinnen veranstaltet. Es ist Erfahrungsaustausch durch Hospitieren in Einrichtungen vorgesehen.

Inzwischen ist erkannt worden, dass die Hausaufgabenbetreuung für viele GrundschülerInnen sehr wichtig sein könnte. Wenn die BetreuerInnen kompetent und zuverlässig arbeiten, bringen diese Hilfen nachweisbar Nutzen. Die Förderinitiative prüft gegenwärtig, wie sie dieses wichtige Problem flächendeckend lösen kann.

Motorik- und Sinnesschulung gehören zwar zu den Aufgaben der Tagesstätten. Diese noch zusätzlich zu fördern, wird immer noch versucht.



www.kindermitzukunft.org

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