MZ Rheine vom 31.03.2007

Märchenhaftes über Liebe und Reichtum


Stimmungsvoller Abend am Kamin

Rheine • Etwas Mystisches haftete dem Märchenabend im Festsaal von Kloster Bentlage an, für den die Europäische Märchengesellschaft Monika Boguslawski aus Bottrop als Erzählerin und Ramona Bolik aus Marl als Harfenistin verpflichten konnte.
Monika Boguslawski, Ramona Bolik
Die EMG hatte eingeladen zum Märchenabend am Kamin mit Monika Boguslawski aus Bottrop und der Harfenistin Ramona Bolik aus Marl. MZ-Foto: Meisel-Kemper
Ein silbern glitzerndes Tuch umrahmte drei geheimnisvoll flackernde Kerzen und einen großen, kantig gebrochenen Bergkristall als optischen Blickfang. Dazu passte die verbale Einstimmung von Boguslawski, die vor rund sechs Jahren schon einmal die Zuhörer erfreute.
Bevor sie das erste Märchen erzählte, wollte sie der Fantasie der rund 20 Zuhörer Flügel verleihen nach Art der alttürkischen Nomaden: "Seht ihr in meinen leeren Händen goldene Äpfel? In euren Seelenaugen werde ich sie wiederfinden, fangen und halten. "
Das Wort "golden" durchzog gleich das erste Märchen aus Siebenbürgen. Es handelte von einem Hirten, der einen Berg erkletterte. Die erste Stadt, die er fand, war ganz aus Kupfer, die zweite aus Silber und die dritte aus Gold. Sichtbare Zeichen seines Besuches waren seitdem kupferne Füsse, silberne Hände und goldene Haare. Damit konnte er dann spielend den Glasberg erklimmen, auf dem die Königstochter auf der passenden Bräutigam warte.
Ähnlich fantastisch erging es einer Schwänin, die sich in einen Menschen verwandeln konnte. Erst führte sie den Haushalt von einem alten Ehepaar, dann wurde sie vom König zur Frau genommen, gebar ihm einen Sohn und kehrte doch zu ihrem Schwanenliebsten zurück.
Harfenbegleitung
Stimmungsvoll webte sich die Harfenmusik von Bolik in dieses märchenhafte Netz aus Reichtum und Liebe. Mit der Interpretation von Werken der Komponisten John Thomas, Alphons Hasselmans oder dem bekannten Titel "Greensleeves" sorgte sie für die instrumentale Abrundung eines Abends, der sehr viel Beifall fand.
• Elvira Meisel-Kemper

31.03.2007  

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