Mittendrin vom 3.11.2006

Leuchtende Kinderaugen


Märchennacht im Kindergarten St. Paul begeistert den Nachwuchs - Monika Boguslawski mit viel Feingefühl


Leuchtende Augen und gespanntes Zuhören: Die Kinder im Kindergarten St. Paul wurden von der Märchennacht in ihren Bann gezogen. (Fotos: Dahlhoff)

- von Julia Sandforth -


Hanna Marias Augen leuchten. Ganz weit dringt die Vierjährige in die Märchenwelt ein. Sie lässt sich verzaubern von Kaisern, rollenden Klößen und Schildkröten, die sich in wunderschöne Mädchen verzaubern. Die Märchenwelt ist eine bunte Welt, die entdeckt werden möchte. Und das taten viele kleine Märchenfreunde. Mitsamt ihren Eltern. Im Kindergarten St. Paul fand am Samstag die große Märchennacht statt.

Initiiert von der Familienkirche konnte die große Reise in die Märchenwelt beginnen. Hanna Maria lauschte der angenehmen Stimme von Monika Boguslawski. Und auch Hendrik und Lukas erreichten die Worte der ausgebildeten Märchenerzählerin. Auf dem Boden glitzerte es gewaltig. Ein Märchensee aus glitzernden Tüchern, schimmernden Steinen und leuchtenden Tüchern war dort ausgebreitet und Zauberte eine tolle Atmosphäre.

Die gelernte Märchenerzählerin bewies viel Feingefühl. Waren die Kinder erst unruhig und ließen sich nicht auf die Reise ein, war die Reiseangst ganz schnell vergessen. Das russische Märchen "Der Kloß" war ein Mitmachmärchen. Schnell konnten die Kinder das Lied vom Kloß mitsingen: "Ich bin ein Kloß, ein schöner Kloß, weich und rund und nicht zu groß" Und der vierjährige Lukas tat es der Märchenerzählerin gleich und formte den Kloß mit seinen kleinen Händen nach, als hätte er Mehl und Dickmilch in den Händen und rief mit allen Kindern: "Na der Kloß rollt in die weite weite Welt." Vier Märchen brachte Monika Boguslawski mit und trug diese frei vor. Mit dezenter Mimik und Gestik und angenehmer wohlklingender Stimme zog sie die Kleinen und auch die Großen schnell in ihrem Bann. 90 Märchen hat sie insgesamt im Gedächtnis gespeichert, aus allen Völkern, Ländern und Kulturen. Nach dem Märchen "Die sieben Raben" der Brüder Grimm wurden flugs die Schlafsäcke und Isomatten ausgebreitet und Jung und Alt machte es sich gemütlich und griffen tief in die Märchenkiste. Max (10) und Tobias (12) hielten lange durch. Beim Frühstück und beim Rollenspiel am nächsten Morgen sah man jedoch Müdigkeit in ihren Augen. Aber da war noch etwas - ein gewisses Funkeln. Das besitzt nämlich jeder, der auf Märchenreise war und deren Phantasie Flügel hat.


3.11.2006  

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